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Kollektives Unrecht und individuelle Schuld

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Im Völkerstrafrecht dominiert ein individualistisches Narrativ, das systemisches Unrecht ausschließlich dem Verhalten von Individuen zuschreibt. Diese nützliche Fiktion soll normative Konfliktverarbeitung ermöglichen und setzt auf die Isolation des Täters, ähnlich wie im "normalen" Strafrecht, wobei die individuelle Zurechnung der Taten im Vordergrund steht. Diese Vereinzelungstechnik ignoriert jedoch, dass der Völkerstraftäter innerhalb eines kollektiven Aktionszusammenhangs handelt. Daraus ergibt sich die Frage nach den Auswirkungen dieser kollektiven Dimension auf die Schuld des Einzelnen. Die individuelle Zurechnung erscheint zu reduktionistisch, um kollektives Unrecht angemessen aufzuarbeiten. Zudem stellt sich die Herausforderung, den Einzelnen nicht zum Sündenbock für Taten zu machen, die ohne den kollektiven Kontext nicht denkbar wären. Diese Problematik berührt auch Fragen der Verteilungsgerechtigkeit.

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Kollektives Unrecht und individuelle Schuld, Tobias Beinder

Jazyk
Rok vydania
2023
Väzba
(mäkká)
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Titul
Kollektives Unrecht und individuelle Schuld
Jazyk
nemecky
Vydavateľ
Klostermann
Rok vydania
2023
Väzba
mäkká
Počet strán
274
ISBN13
9783465046363
Série
Anotácia
Im Völkerstrafrecht dominiert ein individualistisches Narrativ, das systemisches Unrecht ausschließlich dem Verhalten von Individuen zuschreibt. Diese nützliche Fiktion soll normative Konfliktverarbeitung ermöglichen und setzt auf die Isolation des Täters, ähnlich wie im "normalen" Strafrecht, wobei die individuelle Zurechnung der Taten im Vordergrund steht. Diese Vereinzelungstechnik ignoriert jedoch, dass der Völkerstraftäter innerhalb eines kollektiven Aktionszusammenhangs handelt. Daraus ergibt sich die Frage nach den Auswirkungen dieser kollektiven Dimension auf die Schuld des Einzelnen. Die individuelle Zurechnung erscheint zu reduktionistisch, um kollektives Unrecht angemessen aufzuarbeiten. Zudem stellt sich die Herausforderung, den Einzelnen nicht zum Sündenbock für Taten zu machen, die ohne den kollektiven Kontext nicht denkbar wären. Diese Problematik berührt auch Fragen der Verteilungsgerechtigkeit.