Die Grand Opéra des 19. Jahrhunderts stellt sich als ein Vexierbild dar. Auf den ersten Blick zeigt sie sich als Vergnügungsapparat zur Erzeugung visueller und emotionaler Sensationen. In dieses Bild aber schreiben sich die Züge eines Seismografen ein, der die gesellschaftlichen Erschütterungen im Zeitalter der Revolutionen präzise verzeichnet. Die Schnittlinie beider Ansichten durchquert die Grand Opéra als „Kraftwerk der Gefühle“ (A. Kluge). In ihm kehren die verdrängten Erfahrungen und Traumata von Terror, Umbruch und Rebellion als fremde Leidenschaften wieder. Sie bieten die Chance der Wiederaneignung und Transformation der in die Gegenwart ragenden Vergangenheit. Das Buch untersucht die Szene der Grand Opéra und geht den Spuren ihres Nachlebens in Inszenierungen und Werken des zeitgenössischen Musiktheaters nach. Mit Gastbeiträgen von Merle Fahrholz, Anselm Gerhard und Klaus Zehelein. Die Arbeit des Forschungsprojekts „Das Theater der Wiederholung“ von Günther Heeg wird mit einem zweiten Band zum Reenactment fortgesetzt.
Günther Heeg Knihy



Willkommen anderswo - sich spielend begegnen
Theaterarbeiten mit Einheimischen und Geflüchteten
- 252 stránok
- 9 hodin čítania
Im Mai 2017 fand in Bautzen erstmals ein Festival statt, das Theaterarbeiten mit geflüchteten und einheimischen Jugendlichen präsentierte. Dieses wegweisende Projekt des Deutsch-Sorbischen Volkstheaters in einer Stadt, die aufgrund fremdenfeindlicher Vorfälle bekannt wurde, zeigte Produktionen renommierter Theaterhäuser wie den Münchner Kammerspielen und dem Maxim Gorki Theater Berlin. Begleitend zu den Aufführungen wurden Workshops und ein Kolloquium von Studierenden der Leipziger Theaterwissenschaft organisiert. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Theater das Zusammenleben mit und unter Fremden fördern kann. Der Band dokumentiert den Entstehungsprozess der acht Aufführungen und bietet exemplarische Modelle für transkulturelle Theaterarbeit. Ziel des Projekts „Willkommen anderswo – sich spielend begegnen“ ist es, Integration und interkulturelles Verständnis durch Theater zu unterstützen. Theater werden als Orte der kulturellen Selbstbestimmung, Aufklärung und des Dialogs betrachtet. Das Projekt ermutigt Jugendliche unterschiedlicher Nationalitäten und Kulturen, wie Deutsche, Afghanen, Sorben, Syrer und Türken, ihre Geschichten und kulturellen Hintergründe theatralisch zu teilen.
Metzler Studienausgabe: Die Wendung zur Geschichte
Konstitutionsprobleme antifaschistischer Literatur im Exil - Metzler Studienausgabe
- 222 stránok
- 8 hodin čítania
German