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Klassiker Lektüren - 5: Das Nibelungenlied

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Das Nibelungenlied gilt als eines der bekanntesten Werke des deutschen Mittelalters, was nicht zuletzt auf seine komplexe Rezeptionsgeschichte zurückzuführen ist. Entstanden gegen Ende des 12. Jahrhunderts, basiert es auf einem bereits 700 Jahre alten, überwiegend mündlich überlieferten Stoff. Für die hochmittelalterliche Feudalgesellschaft waren die Geschichten aus der Völkerwanderungszeit, die auf eine einzige Generation komprimiert wurden, jedoch fremd. Die archaische Lebensordnung steht im starken Kontrast zu dem Ideal einer höfischen Lebensweise, das sich in der Mitte des Jahrhunderts in West- und Mitteleuropa entwickelte, insbesondere im Artusroman. Diese Spannungen bilden den Ausgangspunkt für eine neue Interpretation des Nibelungenlieds. Anstatt die Motivationslücken und Brüche im Text als Resultat einer misslungenen Kompilation heterogener Stoffe zu betrachten, wird das Epos im Kontext der Auseinandersetzung zwischen heroischer Vergangenheit und feudalhöfischer Gegenwart gelesen. Die Überlieferung des Epos, insbesondere die konkurrierenden Fassungen *B und *C, zeigt, dass die Arbeit an der Sage auch nach der ersten Verschriftlichung der alten maeren durch die Umgestaltung des Textes weiterging.

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Klassiker Lektüren - 5: Das Nibelungenlied, Jan-Dirk Müller

Jazyk
Rok vydania
2001
Väzba
(mäkká)
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Titul
Klassiker Lektüren - 5: Das Nibelungenlied
Jazyk
nemecky
Rok vydania
2001
Väzba
mäkká
Počet strán
176
ISBN10
3503061002
ISBN13
9783503061006
Série
Hodnotenie
4,3 z 5
Anotácia
Das Nibelungenlied gilt als eines der bekanntesten Werke des deutschen Mittelalters, was nicht zuletzt auf seine komplexe Rezeptionsgeschichte zurückzuführen ist. Entstanden gegen Ende des 12. Jahrhunderts, basiert es auf einem bereits 700 Jahre alten, überwiegend mündlich überlieferten Stoff. Für die hochmittelalterliche Feudalgesellschaft waren die Geschichten aus der Völkerwanderungszeit, die auf eine einzige Generation komprimiert wurden, jedoch fremd. Die archaische Lebensordnung steht im starken Kontrast zu dem Ideal einer höfischen Lebensweise, das sich in der Mitte des Jahrhunderts in West- und Mitteleuropa entwickelte, insbesondere im Artusroman. Diese Spannungen bilden den Ausgangspunkt für eine neue Interpretation des Nibelungenlieds. Anstatt die Motivationslücken und Brüche im Text als Resultat einer misslungenen Kompilation heterogener Stoffe zu betrachten, wird das Epos im Kontext der Auseinandersetzung zwischen heroischer Vergangenheit und feudalhöfischer Gegenwart gelesen. Die Überlieferung des Epos, insbesondere die konkurrierenden Fassungen *B und *C, zeigt, dass die Arbeit an der Sage auch nach der ersten Verschriftlichung der alten maeren durch die Umgestaltung des Textes weiterging.