Warum gehen Menschen ins Kino? Weil sie - von ihrem sicheren Sessel aus - die Gefahren, Leidenschaften, Ausschreitungen, Heldentaten, nach denen sie sich sehnen, scheinbar hautnah miterleben können. Nirgendwo sonst entfaltet die Wirklichkeit einen solchen Glanz, sagt Dr. Dirk Blothner, Psychanalytiker, Drehbuchautor und Professor für Filmpsychologie an der Universität zu Köln. In Erlebniswelt Kino analysiert er, anhand zahlreicher Filmbeispiele, was sich zwischen Mensch und Leinwand abspielt. Für ihn steht fest: Filmemachen ist praktisch Seelenkunde. Doch wie können Drehbuchautoren Erwartungen beim Zuschauer auslösen, seine Aufmerksamkeit gewinnen und gar seine Einbildungskraft vorhersehen? Wie erkennt man, ob das Thema einer Geschichte für den Zuschauer von Bedeutung ist? Am Beispiel der drei Titanic-Verfilmungen (1943, 1952 und 1998) befaßt sich Prof. Blothner mit der zeitspezifischen Umsetzung großer Themen. Schließlich gibt er einen Ausblick auf das Kino der Zukunft.
Dirk Blothner Knihy





Angriffe auf den Denkraum
Konsequenzen für die klinische Praxis, Kultur und Gesellschaft. Eine Publikation der DGPT
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Wo Denkverbote, Tabuisierungen oder Kriegsbedingungen herrschen, sind Angriffe auf den Denkraum real und drohen die Zersetzung des Denkens selbst. Die Beiträger*innen untersuchen diese Angriffe in Klinik und Gesellschaft, um neue Ansätze im Umgang mit Bedrohungen zu finden. Ausgangspunkt sind Wilfred R. Bions Erfahrungen im Ersten Weltkrieg, die schwierige Behandlungssituationen beleuchten, in denen Patient*innen alle Verbindungen zu Psychoanalytiker*innen angreifen. Diese Angriffe prägen auch die Gesellschaft: Fake News und sich voneinander entfernende soziale Lebenswelten gefährden Konsens und grundlegende Prinzipien des Miteinanders. Die Autor*innen analysieren verschiedene Facetten dieser Angriffe, um Denkräume neu zu gestalten. Themen umfassen unter anderem die iranische Diktatur, religiöse Rigidität, den Zusammenhang von Wissen und Glauben in der Psychoanalyse sowie identitäre Sackgassen des Denkens. Weitere Beiträge thematisieren Grenzverletzungen in der Psychoanalyse, Erfahrungen mit afghanischen Patientinnen und die Herausforderungen in der Eltern-Säugling-Kleinkind-Psychotherapie. Das Werk bietet einen interdisziplinären Blick auf die Zerstörung von Denkräumen und deren gesellschaftliche sowie individuelle Bedingungen, und beleuchtet, wie wir unser Denken unter Bedrohung aufrechterhalten können.
Der Psychoanalytiker Dirk Blothner beschreibt das Glücksempfinden phänomenologisch und arbeitet die unbewussten Mechanismen seines Funktionierens als Konstruktion heraus. Auf der Grundlage von 170 Interviews, die mit Menschen unterschiedlichen Alters und Geschlechts zu ihren glücklichen Augenblicken durchgeführt wurden, erfolgt eine tiefenpsychologisch-empirische Analyse der Glücksgefühle. Anhand ausführlicher und differenziert dargelegter Beispiele spürt Blothner der Frage nach, unter welchen psychologischen Bedingungen sich Glücksgefühle herstellen. In einem separaten Teil werden die wichtigsten Ansätze der zeitgenössischen Gefühlspsychologie dargestellt.