Die Kulturdenkmäler vergangener Völker, wie die Inkafestungen in Peru, ziehen nach wie vor Bewunderung auf sich. Insbesondere Machu Picchu ist ein Anziehungspunkt für zwei Millionen Touristen jährlich. Auch das Erbe älterer Kulturen, wie die geheimnisvollen Figuren und Linien im Pampaboden bei Nasca, weckt das Interesse der Besucher. Seit der Entdeckung der Wüstenzeichnungen in den 1920er Jahren beschäftigen sich Wissenschaftler mit deren Ursprung und Zweck. Die Scharrbilder wurden 1994 als UNESCO-Weltkulturerbe anerkannt, und die Dresdnerin Maria Reiche leistete über vierzig Jahre lang bedeutende Forschungsarbeit in der Pampa von Nasca. Trotz zahlreicher Theorien bleibt das Geheimnis der Linien ungelöst. Das Interesse von Touristen ist auch Erich von Däniken zu verdanken, dessen Buch „Erinnerungen an die Zukunft“ viele dazu brachte, ins Nascatal zu reisen, wo angeblich Außerirdische gelandet sein sollen. Der wachsende Tourismus schafft neue Einnahmequellen, führt jedoch auch zur Zerstörung des kulturellen Erbes und könnte den Bezug zu den peruanischen Wurzeln gefährden. In einem Land mit über vierzig Prozent Armut steht oft der Profit im Vordergrund. Gleichzeitig hat der Tourismus das Potenzial, das Bewusstsein für die kulturelle Bedeutung vergessener Erbstücke zu stärken. Diese Studie beleuchtet die Geschichte und Gegenwart der Nasqueños und untersucht die aktuelle Bedeutung der Nasca-Kultur für die einheimische Bevölkerung.
Cornelia Thate Knihy
