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Odeta Rudling

    Von der nationalen Form zum nationalen Inhalt
    • Von der nationalen Form zum nationalen Inhalt

      Litauische Folklore zwischen Sowjetisierung und Nationsbildung (1940–1990)

      Odeta Rudling analysiert in ihrem Werk die Entwicklung der sowjetischen Folklorepolitik zwischen 1940 und 1990, die zur Übertragung und partiellen Übernahme des sowjetischen Modells in der litauischen SSR führte. Sie konzentriert sich auf lokale Akteure und deren Rolle in diesem Prozess und veranschaulicht die Techniken der Eliten sowie die inhaltliche Transformation der Volkskunst. Diese Transformation zeigt sich sowohl auf der Mikroebene des staatlichen Volksmusikensembles als auch auf der Makroebene der staatlichen Massenkultur. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie die Sowjetisierungsbestrebungen im Bereich der Folklorepolitik umgesetzt wurden und wie sie mit der litauischen Nationsbildung in Verbindung standen. Die Autorin demonstriert, wie kulturpolitische Maßnahmen zur Kontinuität der Neo-korenizacija beitrugen und somit die litauische Nationsbildung durch Sowjetisierung unterstützten. Die Stimulierung der nationalen Identität wird anhand zweier zentraler Erzählstränge aufgezeigt: der staatlichen folkloristischen Politik und einer antimodernistischen ethnonationalistischen Bewegung. Diese beiden Stränge, obwohl sie sich unabhängig entwickelten, interagierten im Spätsozialismus und wurden in den späten 1980er Jahren zur treibenden Kraft der „Singenden Revolution“.

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