Anlässlich des 75. Todestages von Rudolf Otto veranstaltete die Philipps-Universität Marburg einen Internationalen Kongress. Ottos Religionsbegriff basiert auf der Erfahrung des Heiligen. Das stellt für die gegenwärtigen Debatten in der Theologie, der Religionsphilosophie, der Religionsästhetik und schließlich auch wieder in der Religionswissenschaft ein beachtliches Anregungspotenzial bereit. Der Band dokumentiert die wichtigsten Ergebnisse der gegenwärtigen Beschäftigung mit Otto in internationaler Perspektive.
Jörg Lauster Knihy





Jörg Lauster erzählt die Biographie des Heiligen Geistes von der Schöpfungsgeschichte bis zum heutigen Pfingstchristentum und untersucht, wo der Geist in einer entzauberten Welt vernehmbar wird. Er zeigt, wie der Geist immer wieder zu Neuaufbrüchen führte und beleuchtet auch die dunkle Seite dieser rätselhaften Macht. Neben Gott Vater und Jesus Christus ist der Heilige Geist die dritte Person der Dreifaltigkeit. Er schwebte über der Urflut, senkte sich bei der Taufe auf Jesus und ließ die Apostel beim Pfingstwunder in verschiedenen Sprachen predigen. Der Geist erscheint als Wind, Sturm, Feuer und Taube, sowohl in der Kirche als auch in der Natur. Er ist eine transformative Kraft, die zu Taten der Liebe anregt, Visionen entfacht, Künstler und Prediger inspiriert und Traditionen untergräbt. Lauster überschreitet die Grenzen der Theologiegeschichte, indem er zeigt, wie der Geist in politischen Utopien, philosophischen Freiheitsideen und im künstlerischen Geniekult auch in einer säkularisierten Welt Ausdruck findet. Das geheime Zentrum dieser Biographie bildet die Philosophie der Renaissance, die Mittelalter und Moderne sowie göttlichen und menschlichen Geist miteinander verbindet.
Das Christentum
Geschichte, Lebensformen, Kultur
Das Christentum hat sich von einer kleinen verfolgten Sekte zu einer mächtigen Weltreligion entwickelt und sich dabei vielfach transformiert. Jörg Lauster schildert anschaulich die Geschichte des Christentums, seine zentralen Motive sowie die Bedeutung von Innerlichkeit und Institutionen, Kultus und Kultur, Ethik und Politik. Dabei gelingt es ihm meisterhaft, das Christentum in seiner großen Vielfalt vorzustellen und zugleich zu zeigen, was die unterschiedlichen Kirchen und Konfessionen bis heute im Innersten zusammenhält.
Prinzip und Methode
Die Transformation des protestantischen Schriftprinzips durch die historische Kritik von Schleiermacher bis zur Gegenwart
Die Einsicht in die historische Bedingtheit der biblischen Schriften stellt für das Schriftprinzip altprotestantischer Prägung eine einschneidende Herausforderung dar. Jörg Lauster zeigt, wie die protestantische Theologie von Schleiermacher an darauf reagiert und welche Transformationen das protestantische Schriftprinzip durch die Anwendung der historischen Schriftauslegung bis in die Gegenwart hinein durchlaufen hat. Am Beispiel des Methodenbewußtseins wird damit das Verhältnis von protestantischer Theologie und Neuzeit thematisiert. Auf dieser Grundlage erarbeitet der Autor einen Ausblick, der versucht, auf einer erfahrungstheologischen Grundlage an dem großen und für die Neuzeit so wichtigen Erbe der historischen Kritik in der protestantischen Schriftlehre festzuhalten.
Die christliche Kultur ist der Schlüssel zum Verständnis des Abendlands. Jörg Lauster zeigt, wie sie seit der Antike nicht nur die Künste, sondern auch das Zusammenleben, Wirtschaften und Herrschen vor allem in Europa zutiefst geprägt hat. Dabei gelingt es ihm meisterhaft, entlang klug ausgewählter Beispiele einen großen erzählerischen Bogen vom Urchristentum bis heute zu spannen. Die tragenden Grundüberzeugungen des Christentums sind nicht allein in seinen klassischen Lehren, Riten und Institutionen zu finden, sondern auch in Musik, Kunst, Architektur und Literatur. Ein gregorianischer Choral kann wie eine Kantate Bachs etwas von der Harmonie des Universums zum Klingen bringen, eine gotische Kathedrale göttliche Erhabenheit einflößen, ein Bild oder eine Skulptur Michelangelos die Pracht der Welt als göttliche Schöpfung feiern, ein Gemälde Caspar David Friedrichs das unfassbare Geheimnis des Daseins versinnbildlichen und ein Roman Leo Tolstois die sittliche Kraft des Christentums deutlich machen. Jörg Lauster ruft in seiner fulminanten Darstellung die Glanzpunkte christlicher Kunst in Erinnerung, geht heute fremd gewordenen Formen nach und öffnet die Augen für den oft verborgenen Sinn christlicher Kultur