Der sog. Cappenberger Barbarossakopf gilt seit langem als ein Bildnis des Stauferkaisers Friedrich I. Barbarossa (1122-1190). Bisher unveroffentlichte Ergebnisse einer materialtechnischen Untersuchung von 1977/78 verlangen jedoch, den Entstehungskontext des Werkes neu zu bestimmen. Welche Konsequenzen ergeben sich fur das Verstandnis des Kopfes? Neben dem konsequenten Bezug auf das Objekt steht die Grundung des Pramonstratenser-Klosters Cappenberg im Zentrum der Beitrage. Welchen Einfluss hatte die von Otto von Cappenberg ubernommene Taufpatenschaft fur Friedrich Barbarossa auf die Ausstattung des Stifts? Welche Bedeutung hatte die Memoria des Kaisers und der Stifter? Der Tagungsband wirft neues Licht auf die Bedeutung Cappenbergs fur die Ausbreitung der Pramonstratenser sowie den Reprasentationsanspruch der graflichen Stifter, vor allem aber auf Entstehung, Funktion und Bedeutung des Cappenberger Kopfes.
Knut Görich Knihy






Die Staufer
- 128 stránok
- 5 hodin čítania
Das Bild Friedrich I. Barbarossa zeigt noch heute die Züge der Nationalbewegung des 19. Jahrhunderts. Dieser Band informiert klar und kompetent über die Geschichte der Staufer und das Leben und Wirken der einzelnen Kaiser vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen und kulturellen Entwicklungen ihrer Zeit.
Herrschen und (Nicht-)Entscheiden
Politisches Handeln im Reich und Ostmitteleuropa des 12. Jahrhunderts
- 280 stránok
- 10 hodin čítania
Anders als in der modernen Gesellschaft, in der politisches Handeln stark durch Entscheidungen geprägt ist, bestimmte im Mittelalter eine strenge Rangordnung den Entscheidungsrahmen. Der Rang definierte die soziale Identität des Einzelnen. Entscheidungen des Herrschers konnten konfliktträchtig sein, insbesondere wenn sie an den Rang gebundene Ansprüche bedrohten und als Ehrverletzung wahrgenommen wurden. Diese potenziell destabilisierenden Folgen führten oft dazu, dass Herrschaftsausübung darin bestand, Entscheidungen zu vermeiden und in der Schwebe zu halten. Der vorliegende Band versammelt Beiträge von Historikern aus Deutschland, Polen, Tschechien und Ungarn, die 2023 in Brno/Brünn verschiedene Aspekte des herrscherlichen Entscheidens untersuchen. Die Beiträge beleuchten, wie im Mittelalter politische Handlungen nicht nur durch Entscheidungen, sondern auch durch die komplexen sozialen Strukturen und Rangordnungen geprägt waren. Die Diskussionen bieten einen tiefen Einblick in die Dynamiken der Macht und die Herausforderungen, die mit dem Treffen von Entscheidungen verbunden waren.
Der Zufall hatte dem Staufer Friedrich auf den Thron verholfen: Der Sohn König Konrads III. war bei dessen plötzlichem Tod zu jung, und so fiel die Wahl auf den Herzog von Schwaben, der als Kaiser Barbarossa in die Geschichte eingehen und maßgeblich unser Bild vom Mittelalter prägen sollte. Doch bewundern wir vielleicht nur ein Trugbild? Knut Görich befreit in seiner grundlegenden Biographie den Stauferherrscher aus dem Rankenwerk der Legendenbildung und zeigt ihn einerseits als Genie des Ausgleichs im Umgang mit den Großen des Reiches. Andererseits gelingt es ihm herauszuarbeiten, in welchem Maße Friedrich I. in allen seinen politischen und militärischen Handlungen auf die Wahrung und Mehrung seines eigenen Rangs und auf die Ehre des Reiches bedacht war. So entsteht insgesamt das nuancierte Bild eines realen mittelalterlichen Menschen, das sich deutlich von all jenen Projektionen unterscheidet, die ihren Ausgang in einer nationalistisch orientierten Geschichtsschreibung des 19. Jahrhunderts genommen und bis heute unsere Wahrnehmung des historischen Barbarossa bestimmt haben.
Karl der Große war eine europäische Gestalt – und unser Kontinent gewann Gestalt durch ihn und seine Herrschaft. Die fast 50 Aufsätze dieses Bandes entfalten nahezu alle Facetten karolingischer Macht und Geschichte. Die Herrschaftspraxis Karls, seine Reisetätigkeit, die Pfalzen und Paläste werden ebenso beschrieben wie die diplomatischen Beziehungen des karolingischen Hofes und dessen innere Struktur. Dimensionen, Grenzen und Kerngebiete des fränkischen Herrschaftsbereiches werden ausgelotet, ebenso ein über Jahrhunderte zentrales Problem mittelalterlicher Geschichte in seinen Anfängen betrachtet: das Verhältnis von Staat und Kirche. Karls Frömmigkeit und die seiner Epoche ist ein weiteres Thema. Der Tod des Kaisers 814 markierte einen Einschnitt in der Geschichte des frühen Mittelalters – und machte Platz für den Mythos von Karl dem Großen, dem Vater Europas.
Die große Chronik-Weltgeschichte
Homo sapiens und frühe Hochkulturen: [von 40000 bis 1000 v. Chr.]. Bd. 3
- 400 stránok
- 14 hodin čítania