Die Telepolis
Urbanität im digitalen Zeitalter
Unusual book






Urbanität im digitalen Zeitalter
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Philosophische Streifzüge zur Geschichte und Bedeutung des Wohnens
Mit der Coronavirus-Pandemie und den Lockdowns wurde noch einmal klar, dass die Wohnung ein entscheidender Lebens- und Rückzugsort, aber auch ein Gefängnis ist. Obgleich der Mensch ein wohnendes Wesen ist, haben sich nur wenige Philosophen damit beschäftigt. Florian Rötzer unternimmt einen erstaunlichen Streifzug durch die Kulturgeschichte des Wohnens und wirft einen Blick in die digitale Zukunft, die das Wohnen radikal verändert. Denn unsere Wohnung von morgen ist nicht länger ein privater Rückzugsraum, sondern kann von überall gesteuert, eingesehen und gehackt werden.
Über den Wandel einer Kulturtechnik
Die Gespräche und Essays geben punktuelle Einblicke in das, was seitens der Theoretiker(innen) und Künstler(innen) über die gegenwärtigen Bedingungen des Kunstmachens gedacht wird. Es sind also selbst schon Kommentare, die hier nicht noch einmal kommentiert werden sollen, zumal uns selbst eine Perspektive der Integration fehlt: ein Mangel, jedenfalls aber ein Sachverhalt, der uns durchaus auf die Situation zu verweisen scheint, die in ihrer Zerstreuung nicht nur die Kunst und die Rede über Kunst charakterisiert, sondern überhaupt alle Versuche, die geistige Situation der Zeit zu deuten. Man sollte dies Buch also weniger als eine Bestandsaufnahme verstehen, sondern eher so, daß es sich hier um Erkundungsgänge handelt, die zwar das Thema Kunstmachen betreffen, darin aber auch Auskunft geben über Weisen der Selbstverständigung und der daraus folgenden Handlungsentwürfe und Faszinationsstrukturen. Wenn Kunstwerke es noch schaffen, Faszination auszulösen, so brauchen sie nicht auch noch verbal und theoretisch überhöht zu werden, sondern dann sprechen sie selbst, auch wenn der Zugang zu ihnen durch den Kommentar des Künstlers oder des Kunsttheoretikers erleichtert oder vielleicht erst ermöglicht wird. Trotzdem werden Kunstwerke gemacht und rezipiert auch aus Überlegungen über ihren Sinn und ihre Möglichkeitsbedingungen. Solche Überlegungen in Gang zu bringen und zu halten, ist der Sinn der Gespräche und Essays dieses Buches.
Die hier befragten Theoretiker betrachten Denken nicht als Ausbau bestehender Konzepte oder als Angriff auf diese, sondern als Herausforderung an das, was noch nicht verstanden ist. Adornos Maxime der Kritischen Theorie, dass Denken gegen sich selbst gerichtet sein sollte, spiegelt sich in den Ansätzen von Baudrillard, Derrida, Lyotard, Castoriadis, Virilio und Levinas wider. In einem Feld ohne übergreifende Normen können experimentelle Denkanstöße neue Kategorien und Deutungen von Phänomenen erschließen, ohne auf Universalität zu bestehen. Die „Theorie-Fiktionen“ (Virilio) suchen in einer Ordnung des Möglichen, wo Entscheidungen und Verifizierungen oft zu früh gefordert werden. Im Mittelpunkt steht die Entwicklung einer neuen Rationalitätskonstellation und eines neuen Selbstverständnisses von Philosophie jenseits disziplinärer Grenzen. Die Beziehungen zwischen Ethik und Wissen, Darstellbarem und Undarstellbarem sowie zwischen Begründung und Erfindung müssen dekonstruktiv hinterfragt und neu definiert werden. Die folgenden Gespräche präsentieren einige dieser Suchbewegungen und markieren mögliche Wege in der philosophischen Auseinandersetzung.
Schlachtfeld Megacities Es gibt praktisch kein System, das nicht gehackt, gestört, manipuliert und lahmgelegt werden kann. Florian Rötzer zeigt, wie in unseren Smart Cities aus einem Ausfall des Stromnetzes eine nationale Katastrophe entstehen kann, weil alles miteinander zusammenhängt und von einer einzigen Quelle abhängig ist. Überall auf der Welt wachsen die Städte und werden zu Megacities, es entstehen dicht vernetzte urbane Korridore. Militärstrategen bereiten sich auf militärische Interventionen in Megacities vor, deren Ausmaße und Komplexität alle Kriegsgebiete in den Schatten stellen, für die Streitkräfte strategisch und technisch gerüstet sind. Wichtiger wird dabei auch zunehmend die Dimension des Cyberwar. Je „smarter“ ein Land oder eine Stadt, je digitaler die Infrastruktur, je größer das Internet der Dinge, je mehr Daten und Prozesse in die Cloud, also in Rechenzentren, ausgelagert werden, desto anfälliger werden sie auch für Cyberangriffe und Cyberwar.