Das textfreie Bilderbuch als Gegenstand literar-ästhetischer Lernprozesse
Narrative Strukturen - Rezeptionsprozesse - Sinnkonstruktionen
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Das Erzählen von Geschichten mit Bildern hat eine lange Tradition, wird jedoch oft auf den vorschulischen Bereich beschränkt, da Bilder als leicht verständlich gelten und vor allem für jüngere Kinder geeignet erscheinen. In der Grundschule, wo der Fokus auf Schrift liegt, finden textfreie Bilderbücher kaum Verwendung. Diese Bücher bieten jedoch vielschichtig deutbare Bildmaterialien und literar-ästhetische Erzählstrukturen, die tiefgründige Rezeptionsprozesse anregen können. Dies könnte den Literaturunterricht bereichern und den Umgang mit Bildzeichen in unserer bildgeprägten Gesellschaft stärken. In dieser Untersuchung werden die Potenziale textfreier Bilderbücher für literar-ästhetische Lernprozesse im Grundschulbereich durch drei empirische Teilstudien analysiert. Eine Analyse der narrativen Strukturen zeigt, wie literar-ästhetische Komplexität in Bildern entsteht. Die mündlichen Äußerungen von Grundschulkindern zu diesen Büchern werden qualitativ und quantitativ untersucht, mit einem besonderen Fokus auf den Sinnkonstruktionen in Abhängigkeit von der Komplexität der Bücher. Die Ergebnisse belegen, dass textfreie Bilderbücher über komplexe Erzählstrukturen verfügen, die Grundschulkinder herausfordern und zu abstrakten Sinnkonstruktionen anregen können. Damit bieten sie zahlreiche Ansatzpunkte für literar-ästhetische Lernprozesse in der Grundschule.
