Reiner Kunze je nemecký spisovateľ a disident z NDR. Jeho tvorba zahŕňa predovšetkým poéziu, ale aj prózu a eseje. Za svoju kritiku života za železnou oponou bol v roku 1977 z NDR vyhostený. Prekladá tiež českú poéziu a prózu, čím prepojil literárne svety.
Popredný nemecký básnik, ovenčený mnohými cenami, sa vo výbere prekladateľa Mariána Hatalu predstavuje vo všetkých svojich podobách: ako milujúci manžel, ako pozorný zapisovateľ drobných tragédií dňa, ako neľútostný kritik, ironicky bičujúci pomery vo východnom Nemecku, ako verný priateľ veľkých básnikov odchádzajúcich do večnosti. Kunzeho verše nám pripomenú J. Skácela, s ktorým sa priatelil a ktorého tvorbu prekladal. Zároveň nám prezradia, koľko slov stačí na dobrú báseň. A koľko mlčania. Stačí len pozorne čítať, rozmýšľať a preciťovať.
Autor patří ke špičkám německé moderní poezie, jeho poetika má zřetelně civilní charakter. Nalezneme v ní přírodní reflexe, intimní lyriku i úctu a obdiv k ženě.
Der Gedichtband von Kunze präsentiert sich im Vergleich zu seinen früheren Werken als neuartig und überraschend. Die poetischen Bilder verleihen selbst den einfachsten Worten neue Ausdruckskraft und lassen die Grenzen zwischen Bild und Begriff, Wahrnehmung und Diskurs sowie Ernst und Heiterkeit verschwinden. Die Gedichte sind intensiver und sinnlicher, während sie gleichzeitig eine größere Distanz wahren, die nach Simone Weil die Seele des Schönen ausmacht. Besonders auffällig sind die vielen Verse, die mit dem Bild von »Schiffen, die ankern« enden und über die Welt hinausführen. Der Zyklus „ein tag auf dieser erde“ zeichnet sich durch präzise Beobachtungen von Landschaft, Tieren und Pflanzen sowie durch meditative Vertiefung aus.
In der Entwicklung von Kunzes Werk zeigt sich, dass die Gedichte in diesem Band das Merkmal des absolut autonomen Bildes tragen. Sie thematisieren eine Vielzahl von Aspekten, vom stillen Schweigen in Kunzes Haus an der Donau bis hin zum Denkmal der Aufstände in Posen, der geschleiften deutschen Mauer und der letzten Aufführung von Mozart durch Vladimir Horowitz in Wien. Auch persönliche Erinnerungen, wie das Krankenbett des Tierbildhauers Heinz Theuerjahr und das Vanitasbild mit dem Mond und dem „beinernen Schädel“, finden ihren Platz in dieser eindrucksvollen Sammlung.
"Dichter und Angler gehen verborgenen Geheimnissen nach; dieser dem Fisch, jener dem Vers", schrieb Reiner Kunze 1974. Und da man weder "vom Dichten noch vom Angeln leben kann", angelte der Dichter Reiner Kunze auch immer in fremden Teichen und brachte als Übersetzer so manchen Vers ans Land und entdeckte dem deutschen Leser so manchen fremdsprachigen Dichter. Unter den Autoren, die so zu seinen Freunden wurden, stach vor allem Jan Skácel hervor, dessen "wundklee" Reiner Kunze kongenial übertrug. Über Jahre hinweg waren Kunzes Übersetzungen die einzigen Veröffentlichungen des in der Tschechoslowakei verbotenen Dichters. Dichten wie Übersetzen waren Formen des Widerstandes und der Rettung.
»›fahrt mit altem meister‹ heißt in Reiner Kunzes neuem Gedichtband eine seiner poetischen Landschaften, wie er sie unnachahmbar mit wenigen Strichen zu malen versteht. Auch der Autor selbst zeigt in ›lindennacht‹ die reifste Meisterschaft: eine, die mit immer sparsameren, scheinbar immer kunstloseren Mitteln Kunst entstehen läßt. Jahrzehnte von Leben und Schreiben müssen auf diese Kunst hingearbeitet haben.« Jakub Ekier
»Ein Foto, dessen Wert nicht primär in der Information oder Dokumentation besteht, sondern in der Wirkung als Fotografie, kann mich hinreißen, und unter diesem Aspekt interessiere ich mich für das Fotografieren. Seit ich mir nach langer Pause wieder eine Kamera zulegte, geht es mir darum, mich dieser Art der Fotografie zu nähern.« Reiner Kunze Im September 1994 lernte Reiner Kunze auf einer Lesereise durch Namibia und Südafrika die namibische Halbwüste kennen, und er kehrte mit dem Wunsch nach Hause zurück. einmal für einige Zeit in dieser Landschaft allein zu sein. Auf Einladung der Besitzer reiste er ein Jahr später auf eine Wildfarm, um sich nach den Belastungen der Wiedervereinigungsjahre von neuem seiner Arbeit als Autor zu widmen. Doch anstatt sich wie erwartet auf seine Texte konzentrieren zu können, zog ihn das Leben der Menschen auf der Farm, deren Weideland durch jahrelange Trockenheit in Steinwüste verwandelt war, ganz in seinen Bann und sein Blick schärfte sich mehr und mehr für die überwältigende Landschaft und ihre Tierwelt. In eindringlichen Aufzeichnungen und in zahlreichen Fotografien von großer Ausdruckskraft hat Kunde eingefangen, mit welcher Vitalität, Phantasie und Humanität Menschen in harten Zeiten vor ihrem Schicksal bestehen.