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Ferdinand von Saar

    30. september 1833 – 24. júl 1906

    Ferdinand von Saar bol rakúsky prozaik, dramatik a básnik. Spolu s Mariou von Ebner-Eschenbachovou patril k najdôležitejším realistickým spisovateľom nemeckého jazyka v Rakúsku na konci 19. storočia. Jeho diela sú cenené pre svoj realistický pohľad na vtedajšiu spoločnosť a ľudské osudy. Saarov štýl sa vyznačuje precíznosťou a hĺbkou v zachytení psychológie postáv.

    Ferdinand von Saar
    Schloß Kostenitz
    Leutnant Burda
    Rekviem lásky
    Heřman a Dorotka. Hermann und Dorothea
    Pan Fridolín a jeho štěstí
    Smutné lásky
    • 2023

      Ich bin ein Freund der Vergangenheit. Nicht daß ich etwa romantische Neigungen hätte und für das Ritter- und Minnewesen schwärmte oder für die sogenannte gute alte Zeit, die es niemals gegeben hat, nur jene Vergangenheit will ich gemeint wissen, die mit ihren Ausläufern in die Gegenwart hineinreicht und welcher ich, da der Mensch nun einmal seine Jugendeindrücke nicht loswerden kann, noch dem Herzen nach angehöre. So fühl' ich mich stets zu Leuten hingezogen, deren eigentliches Leben und Wirken in frühere Tage fällt und die sich nicht mehr in neue Verhältnisse zu schicken wissen. Ich rede gern mit Handwerkern und Kaufleuten, welche der Gewerbefreiheit und dem hastenden Wettkampfe der Industrie zum Opfer gefallen; mit Beamten und Militärs, die unter den Trümmern gestürzter Systeme begraben wurden; mit Aristokraten, welche, kümmerlich genug, von dem letzten Schimmer eines erlauchten Namens zehren: lauter typische Persönlichkeiten, denen ich eine gewisse Teilnahme nicht versagen kann. Denn alles das, was sie zurückwünschen oder mühsam aufrechterhalten wollen, hat doch einmal bestanden und war eine Macht des Lebens, wie so manches, das heutzutage besteht, wirkt und trägt. Daher habe ich auch eine Vorliebe für die alten Plätze, die alten Gassen und Häuser meiner Vaterstadt und bin noch zuweilen in jenen öffentlichen Gärten zu finden, die infolge neuerer Anlagen ihr Publikum verloren haben und verblühten Gouvernanten, brotlosen Schreibern oder ähnlichen Jammergestalten in lichtscheuer Kleidung tagsüber gewissermaßen als Versteck dienen.

      Die Geigerin
    • 2023

      Tambi

      Novelle

      Vor Jahren hatte ich mich entschlossen, einen Winter auf dem Lande zu verleben, und zwar deshalb, weil ich in meinen Arbeiten zurückgeblieben war und Ruhe und Sammlung benötigte. Ich begab mich also im Spätherbst auf ein herrschaftliches Gut, dessen Besitzer mir seit Jahren befreundet. Er selbst war von dort, wo er einen Teil des Sommers zugebracht, mit seiner Familie nach Italien abgegangen; ich aber bezog ein kleines Nebengebäude des Schlosses, wo ich mich sehr bald wohnlich eingerichtet hatte. Meine Fenster gingen nach zwei Seiten hin. Auf der einen blickte ich in den Park, auf der anderen lag die Landschaft mit einem Teil des Dorfes vor mir. Eine echt mährische Gegend. Unübersehbare Felder, auf welchen noch hin und wieder Rüben und Kartoffeln standen; sanft ansteigende Hügel, dunkle Nadelholzwälder und das Ganze von einem Eisenbahndamme und einem kleinen, trägen Flüßchen durchschnitten und durchschlängelt.

      Tambi
    • 2023
    • 2023

      Tragik des Lebens

      • 104 stránok
      • 4 hodiny čítania

      In der Landeshauptstadt waren Arbeiterunruhen entstanden, die sich zunehmend steigerten und drohten, auf die benachbarten Eisenwerke überzugreifen. Ein Streik musste unbedingt verhindert werden. Man erwartete den Fürsten, der sich mit seiner Mutter und seiner jungen Gemahlin in Florenz befand, während die Betriebsleiter Tag und Nacht arbeiteten und Verhandlungen anstrebten. In der Stadt war es jedoch zum Äußersten gekommen, Militär wurde mobilisiert, und es gab unvermeidliche Opfer, die eine dumpfe, unentschiedene Ruhe hinterließen. An einem Abend saß ich mit Graf Erwin im kleinen Salon des Schlosses, einem traulichen Raum, der durch einen prachtvollen alten Gobelin abgegrenzt war. An der gegenüberliegenden Wand hingen einige Familienporträts, darunter eines, das besonders hervortrat. Es zeigte den Urgroßvater des Fürsten in der grünen Uniform eines Landsturmmajors aus den Befreiungskriegen, gemalt von Lampi. Hohe Intelligenz sprach aus den edlen, aber sanften Zügen des Mannes, der in kräftigstem Alter war. Sein Haar war, der Tracht seiner Zeit gemäß, leicht gepudert und nach hinten in einem Beutel zusammengefasst. Die Farben des Meisterwerks waren so frisch, als stammte es von heute, und die lebendige Wiedergabe der bedeutenden Persönlichkeit regte zur längeren Betrachtung an. So blickten wir beide auch jetzt schweigend darauf hin.

      Tragik des Lebens
    • 2023

      Am südlichen Ende Prags, auf einem gegen die Moldau felsig abstürzenden Hügel, erhebt sich ernst und düster die Wyschehrader Zitadelle. Es läßt sich im Umkreise einer großen, volkreichen Stadt nichts einsam Abgeschiedeneres denken als dieses alte, ziemlich ausgedehnte Fort. Denn die Besatzung beschränkt sich in Friedenszeiten auf eine Offizierswache von geringer Stärke, die nur den allernötigsten Sicherheitsdienst an den Toren und auf den Wällen versieht. Die Kasematten und Blockhäuser im Innern stehen leer und verödet, und die spärlich gefüllten Pulvermagazine scheinen wie die Belagerungsgeschütze nur da zu sein, um einem invaliden Unteroffizier der Artillerie zur Sinekure eines Zeugwartes zu verhelfen. Auch die Poststraße, welche durch die Zitadelle über den Rücken des Hügels nach Budweis führt, wird nur wenig benützt. Harmlose Spaziergänger nach dem nahen anmutigen Dorfe Podol, Landleute aus der Umgegend, welche Lebensmittel zum Prager Markt bringen, und hin und wieder ein bestäubter Wanderbursche sind fast die einzigen Passanten der Festungstore. So herrscht innerhalb der Wälle gewöhnlich die tiefste Stille, die nur selten durch das Rollen eines Wagens, regelmäßig aber am frühen Morgen, mittags und abends durch den Wachetambour mit rasselnden Trommelsignalen unterbrochen wird.

      Innocens
    • 2022

      Es war im Vorfrühling. Einige außergewöhnlich schöne und warme Tage hatten in dem Garten des Versorgungshauses für Ortsarme den Rasen zum Grünen und an den Bäumen und Gesträuchen die Knospen zum Schwellen gebracht, ja an dem vernachlässigten Aprikosenspalier längs der Feuermauer des anstoßenden Hauses waren schon weiße Blüten zum Vorschein gekommen. Aber ein plötzlicher Wetterumschlag war erfolgt, und nach starken Regengüssen begann ein rauher Nordwest von der nahen Türkenschanze herüberzufegen. So war denn der Garten, wo sich alte bresthafte Leute schon gehend oder sitzend gesonnt hatten, wieder winterlich verödet. Nur der Pfründner Karl Schirmer betrat ihn noch nach der kärglichen Mahlzeit, die er in einer benachbarten kleinen Gastwirtschaft einzunehmen pflegte. Er wandelte dann trotz der feuchten Kälte, die sehr empfindlich in seinen von mehrfachen Übeln angegriffenen Körper eindrang, auf den verlassenen Pfaden umher. Denn er fühlte sich da unten doch wohler als oben im Hause, wo ihm die Stubengenossen sein jämmerliches Dasein nur noch mehr verbitterten.

      Die Pfründner
    • 2019

      Wiener Kinder

      • 228 stránok
      • 8 hodin čítania

      Die Handlung spielt in einem neu errichteten, gotischen Bau, der als Schule dient und in einer ruhigen Gasse liegt. Hier lernen eifrige Kinder in lichtdurchfluteten Räumen, dass Bildung weit über die Grundlagen von Lesen und Schreiben hinausgeht. Der Autor reflektiert über den Wandel der Bildung und die Herausforderungen, die mit der modernen Wissensvermittlung einhergehen. Die Schule, von den Vätern der Stadt geweiht, symbolisiert den Übergang zu einem umfassenderen Verständnis von Wissen und den Anforderungen der heutigen Zeit.

      Wiener Kinder
    • 2012

      Die Hardcover-Ausgabe gehört zur Reihe TREDITION CLASSICS des Verlags tredition aus Hamburg, die Werke aus über zwei Jahrtausenden neu auflegt. Ziel ist es, Klassiker der Weltliteratur in gedruckter Form zu bewahren und die Kultur zu fördern, damit sie nicht in Vergessenheit geraten.

      Schloß Kostenitz