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Jörg Orschiedt

    1. január 1963
    Bandkeramische Siedlungsbestattungen in Südwestdeutschland
    Familientreffen. Deutsche Neanderthaler 1856 - 1999
    Manipulationen an menschlichen Skelettresten
    Neanderthals and modern humans - discussing the transition
    • Insgesamt 82 Fälle [84 Individuen] bandkeramischer Siedlungsbestattungen in Baden-Württemberg sind dokumentiert, darunter 31 mit gesichertem Befund. Diese Bestattungen fanden in verschiedenen Siedlungsgruben, speziellen Grabgruben, einem Haus und einem Erdwerksgraben statt. Besonders auffällig ist die hohe Anzahl an Kindern, insbesondere in der Altersgruppe infans II [7-14 Jahre]. Die Altersgruppen neonatus, infans I und spätmatur bis senil sind ebenso selten wie in Gräberfeldern. Insgesamt sind bei den Kindern Frauen überrepräsentiert. Die Beigabenfrequenz liegt mit 23% deutlich unter dem Niveau der Gräberfelder, abgesehen von der Region am mittleren Neckar, wo ebenfalls wenige Beigaben vorkommen und die Zahl der Siedlungsbestattungen hoch ist. Die Orientierung und Haltung der Toten entsprechen den Befunden aus Gräberfeldern, wobei die Grabkonstruktion in Siedlungen teilweise aufwendiger ist. Dies deutet darauf hin, dass Siedlungsbestattungen einen festen Bestandteil des bandkeramischen Totenrituals darstellten. Die anthropologischen Befunde zeigen große Ähnlichkeiten zu denen aus Gräberfeldern, wobei Cribra orbitalia aufgrund anämischer Erkrankungen in Siedlungen häufiger vorkommt.

      Bandkeramische Siedlungsbestattungen in Südwestdeutschland