Vier Monate nach dem Ende der Kampfhandlungen im Saarland besetzten 1945 die Franzosen das Gebiet, um es mit Hilfe französischer Architekten wieder aufzubauen. Gilbert Grandval, der Délégué supérieur, stellte namhafte Städtebauer zusammen, um einen Plan regional zu entwickeln, der das Saarland in eine Fabrik für Frankreich verwandeln sollte. Edouard Menkès, ein Urbanist, entwarf ab 1946 den Plan directeur du Grand-Sarrelouis, der die alte Stadt Saarlouis durch eine neue ersetzen sollte. Obwohl der Menkès-Plan nie umgesetzt wurde, sorgte er zwischen 1946 und 1949 für heftige Diskussionen. Die Vision sah eine funktionale Architektur vor, bei der die Innenstadt für Verwaltung und öffentliche Einrichtungen reserviert wäre, während ein Gürtel privaten Wohnraums die Kernstadt umgeben würde. Eine Hochhaussiedlung für 20.000 Menschen und ein Handelszentrum in den Außenbereichen waren ebenfalls geplant. Zudem sollten Roden und Fraulautern für ein neues Industriegebiet eingeebnet werden, ergänzt durch einen Flughafen und einen großen Saarhafen. Volker Felten hat in sieben Jahren Forschung die Details dieses Vorhabens zusammengetragen und präsentiert in einem 476-Seiten-Buch neue Erkenntnisse, die aus der Auswertung von Primärquellen, einschließlich des Menkès-Nachlasses, gewonnen wurden. Seine Arbeit bietet einen neuen Blick auf die französische Urbanisationspolitik an der Saar nach 1945 und fordert eine Neubewertung der Saarlouiser Wie
Volker Felten Knihy
