Die lokale Sprache prägt das Denken und Sprechen der Menschen und fungiert als Kommunikationsmittel sowie als historisches und ethnographisches Lexikon. Dies gilt auch für das Ungarische, dessen Entwicklung und Beständigkeit Fragen aufwerfen. Die ungarische Sprache wird oft als „schwierig“ wahrgenommen, da sie hinten flektiert und keine grammatikalischen Geschlechter aufweist. Ihre Struktur und ihr Wortschatz sind jedoch einzigartig. Die Sprache bildet Bilder, Laute, Bewegungen und Gedanken ab, die sich biegen, konjugieren und deklinieren lassen. Diese bildhafte Sprache mag auf den ersten Blick unverständlich erscheinen, offenbart jedoch bei näherer Betrachtung die Denkweise und Alltagsrealitäten der Vorfahren der Ungarn. Die Welt um sie herum wurde in Buchstaben, Wortwurzeln und Wörter umgewandelt, wobei sie durch das Hinzufügen weiterer Buchstaben und Wurzeln, die für heutige Leser wie Affixe wirken, Flexion erzeugten. So entstand ein „Worthaufen“ oder „Wörterbauwerk“, das die Wortfamilien nach Bedeutungen gruppiert. Das ungarische Wurzelsystem, bekannt als gyök-System, spiegelt ein sprachliches Fraktalprinzip wider, das die gesamte Sprache durchwebt und ihre Struktur bildet.
Orsolay Miska Poradie kníh (chronologicky)
