Der kleine schwarze Vogel
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Als das kleine graue Federvieh näher kam, hörte es das unheimliche Krächzen der Krähen, das vom Tod erzählte. Als es auf sie zuflog, verstummten sie und bewunderten das schimmernde schwarze Gefieder in der Sonne. Misstrauisch fragten die Krähen, was es hier wolle. Ängstlich erklärte das Vögelchen, dass die Waldvögel es verjagt hatten, weil es nicht singen konnte. Ein schöner Vogel bedauerte es, stellte jedoch fest, dass es unmöglich eine Krähe sein könne, da sein Gefieder nicht glänzte. Entmutigt sah das Vögelchen an sich hinab und hoffte, dass es krächzen könne. Eine der Krähen forderte es heraus, doch das Vögelchen konnte nicht mithalten und wich erschrocken zurück. Das Krächzen der Krähe war zwar nicht so anmutig wie das der Waldvögel, aber dennoch schöner als der heisere Laut des Vögelchens. Traurig murmelte es, dass es vielleicht nirgendwohin gehöre, und die Krähen sahen ihm mitleidig nach, als es davonflog. Fortan wagte es nicht mehr, einen Laut von sich zu geben, lebte im Verborgenen und begegnete nur gelegentlich der Eule, ohne je zu sprechen. Schließlich konnte die Eule den traurigen Anblick nicht mehr ertragen und fragte nach den Krähen. Das Vögelchen erzählte von seinem kraftlosen Krächzen und seinem schmutzig-grauen Gefieder. Die Eule erschrak und fragte: „Aber wer bist du dann?“
