Ein "ganz normaler" Soldat?
Die Feldpostbriefe eines Wiener Unteroffiziers. Von Polen bis Stalingrad
Der Soldat Karl Wintereder diente dreieinhalb Jahre in der Deutschen Wehrmacht und nahm an Feldzügen in Polen, Frankreich und der Sowjetunion teil. Sein letzter Einsatzort war Stalingrad, wo er vermutlich in den letzten Tagen der Einkesselung starb. Geboren 1916 in Niederösterreich, wuchs er in einer sozialdemokratisch geprägten Arbeiterfamilie in Wien auf, die sich früh dem Nationalsozialismus zuwandte. Karls Loyalität zum NS-Staat und zur Wehrmacht war stark ausgeprägt, ebenso wie seine Bereitschaft, Opfer zu bringen. Um mit seiner Heimat in Kontakt zu bleiben, schrieb er fleißig Feldpostbriefe; fast 100 davon sind erhalten und werden in diesem Band abgedruckt. Sie bieten einen intimen Einblick in das Seelenleben eines einfachen Soldaten. Trotz der widrigen Umstände blieb er bis zum Schluss optimistisch und träumte von seiner Heimat und einer vielversprechenden Zukunft. Ein zentrales Thema sind auch seine dramatischen Frauenbeziehungen sowie seine Reflexionen über den Krieg und die von der Wehrmacht besetzten Länder und deren Menschen. Karls Briefe unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von anderen bekannten Soldatenkorrespondenzen und bieten einen einzigartigen Blick auf seine Erfahrungen.




