Das Buch verschafft einen Überblick über die jüngere Willensfreiheitsdebatte, wobei es auch die Konsequenzen der Hirnforschung für das Freiheitsproblem erörtert. Zudem entwickelt der Autor eine eigene, fähigkeitsbasierte Konzeption der Willensfreiheit. Geert Keil argumentiert: Die wohlverstandene Fähigkeit, sich so oder anders zu entscheiden, ist mit den Befunden der empirischen Wissenschaften vereinbar, nicht hingegen mit der metaphysischen Lehre des Determinismus. Die überarbeitete Argumentation der neuen Auflage geht auf Einwände ein und berücksichtigt die neu erschienene Literatur.
Geert Keil Knihy






Es ist in der Philosophie der Gegenwart üblich geworden, das Problem von Willensfreiheit und Determinismus in zwei Teilprobleme aufzuspalten: Das traditionelle Problem lässt sich durch die Entweder-oder-Frage 'Freiheit oder Determinismus?' umreißen. Dagegen betrifft das Vereinbarkeitsproblem die Frage, ob Freiheit und Determiniertheit einander ausschließen. Viele Philosophen meinen, dass wir auch in einer naturgesetzlich determinierten Welt einen freien Willen haben können. Das hängt unter anderem davon ab, was mit der Rede vom 'freien Willen' überhaupt gemeint ist. Der Band bietet einen Überblick über den Stand der Debatte, führt in die einschlägige Begrifflichkeit ein, diskutiert die wichtigsten Argumente – und gibt auch prägnante Antworten auf die aufgeworfenen Fragen. 2007 erschien vom selben Autor das Buch 'Willensfreiheit', worauf der vorliegende Band aufbaut.
Nachdenken über Corona
- 135 stránok
- 5 hodin čítania
In der 1970 gegründeten Reihe erscheinen Arbeiten, die philosophiehistorische Studien mit einem systematischen Ansatz oder systematische Studien mit philosophiehistorischen Rekonstruktionen verbinden. Neben deutschsprachigen werden auch englischsprachige Monographien veröffentlicht. Bedingung für eine Aufnahme in die Reihe ist ein positives Peer-Review-Verfahren. Die Reihe ist offen für Open Access Veröffentlichungen. Aktuelle Herausgeber sind: Michael Quante (Westfälische Wilhelms-Universität Münster) und Dominik Perler (Humboldt-Universität zu Berlin). Gründungsherausgeber sind: Erhard Scheibe (Herausgeber bis 1991), Günther Patzig (bis 1999) und Wolfgang Wieland (bis 2003). Von 1990 bis 2007 wurde die Reihe von Jürgen Mittelstraß und von 2005 bis 2020 von Jens Halfwassen mitherausgegeben.
Jeder Mensch irrt – ausgenommen der Papst, wenn er Glaubenssätze verkündet. So jedenfalls befand einst das erste Vatikanische Konzil. Nun waren die Kardinäle, so bemerkt Keil frech, selbst keineswegs Träger der päpstlichen Unfehlbarkeit. »Woher wussten sie dann, dass der Papst unfehlbar ist?« Besonders schwierig ist aber vor allem: Niemand weiß vorher, wann und wo er sich irren wird. Viele Philosophen haben daraus geschlossen, dass Menschen nichts wissen, sondern immer nur vermuten. Das ist aber ein Irrtum, den dieser kluge und kurzweilige Essay aufklärt: »Man muss eine Nase dafür entwickeln, wann man sich verrannt hat.«
Wenn wir handeln, greifen wir in den Lauf der Welt ein und führen Veränderungen herbei: Akteure werden als kausale Urheber aufgefasst. Handlungen sind aber auch in natürliche Verläufe eingebettet und haben Ursachen und Wirkungen wie andere Ereignisse. Das Buch konfrontiert die kausale Handlungstheorie, die den Handlungsbegriff mithilfe des Kausalitätsbegriffs analysiert, mit der interventionistischen Theorie der Kausalität, derzufolge ein verständlicher Kausalitätsbegriff die Fähigkeit des absichtlichen Eingreifens in natürliche Verläufe voraussetzt. Das Buch spannt einen begrifflichen Rahmen auf, der der Eigenart von Handlungen Rechnung trägt, ohne dass neben der gewöhnlichen Ereigniskausalität eine zweite Art von Verursachung ('Akteurskausalität') angenommen werden muss.
Unscharfe Grenzen im Umwelt- und Technikrecht
- 164 stránok
- 6 hodin čítania
Das Streben nach präziser rechtlicher Regulierung sieht sich besonders im Umwelt- und Technikrecht mit unscharfen Grenzen und fließenden Übergängen konfrontiert: Lärm und Abgase an stark befahrenen Straßen haben ungünstige Auswirkungen auf die Gesundheit der Anwohner. Ab wann aber ist die Belastung „erheblich“ oder „schädlich“ im Sinne des BImSchG? Kurze Wartungsintervalle erhöhen die Sicherheit von Anlagen. Welches Risiko aber ist akzeptabel und welchen Spielraum lässt dabei der „Stand der Technik“ im Genehmigungs- und Haftungsrecht? Ziel dieses Bandes ist es, den Phänomenbereich der Grenzfälle und fließenden Übergänge unter ingenieurwissenschaftlichen, juristischen und philosophischen Aspekten theoretisch aufzuklären, bereits etablierte Verfahrensrationalität zu identifizieren und Möglichkeiten eines vernünftigen Umgangs mit unscharfen Grenzen aufzuzeigen. Die hier versammelten Beiträge widmen sich sowohl den theoretischen Aspekten dieses Programms als auch den juristischen Dogmatiken besonders des Umweltrechts. Ergänzt wird dies durch eine historisch-politische Perspektive, die der Grenzwertdiskussion anhand ihrer Geschichte und anhand der Diskussion um globale Klimaziele nachgeht. Mit Beiträgen von: Beat Bächi, Gregor Betz, Monika Böhm, Sebastian Bramorski, Felix Ekardt, Daniel Gruschke, Liv Jaeckel, Peter Janich, Daniel Klingenfeld, Benedikt Schauberer
Im Bereich der systematischen theoretischen Philosophie ist Willard Van Orman Quine (1908–2000) der bedeutendste englischsprachige Philosoph des 20. Jahrhunderts. Seine Leitfrage, wie man von den Reizungen der Sinnesorgane zum Äußern wissenschaftlicher Theorien über die Welt gelangt, berührt Erkenntnistheorie, Sprachphilosophie, Wissenschaftstheorie, Logik und Ontologie. Mit seinem Gedankenexperiment der radikalen Übersetzung, also der Erstübersetzung einer völlig fremden Sprache, hat Quine einen originellen Weg gefunden, sprachphilosophische und erkenntnistheoretische Grundfragen neu zu stellen.