Deutsche und Tschechen im Zeitalter des Dreißigjährigen Krieges
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Der Verfasser Dr. Ernst Leipprand (1905–1942), ein politischer Historiker, analysiert in diesem Werk die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und kulturellen Verhältnisse Böhmens und Mährens im 17. Jahrhundert. Er untersucht die friedliche Durchdringung des tschechischen Raumes mit Slawen und Germanen und deren fruchtbare Koexistenz bis zu den Umwälzungen durch Reformation, Gegenreformation und den Dreißigjährigen Krieg, die Gesellschaft, Wirtschaft, Konfession und Besitzverhältnisse radikal veränderten. Machtpolitik mit religiöser Begründung führte zu Vernichtung, Vertreibung und Enteignung, Zwangskatholisierung und einer massiven Bevölkerungsverschiebung. Mit der Nachkriegsordnung und einer neuen Verfassung wurden Sprachzugehörigkeit und gesellschaftlicher Stand neu definiert, während Adel, Bürgertum und Bauernstand neu gruppiert und Macht sowie Reichtum umverteilt wurden. Die katholische Kirche profitierte besonders und leitete das Barockzeitalter ein. Leipprand stellt die Frage nach dem Schicksal der verschiedenen Bevölkerungsgruppen und deren Zusammenleben. Im zweiten Teil wird das unterschiedliche Schicksal einzelner Regionen, Städte und Dörfer beleuchtet, ergänzt durch beispielhafte Schicksale von Bürgern. Ein deutsch-tschechisches Ortsregister erleichtert die Auffindbarkeit der behandelten Orte und historischen Stätten.
