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Steffen Modrach

    Buchstabensuppe
    (K)ein Leben in der DDR
    • Buchstabensuppe

      • 188 stránok
      • 7 hodin čítania

      Und im Übrigen, nehmt meine Geschichten nicht so ernst. Meckert drüber, pikiert euch, zerreißt sie, verflucht sie, schreit Zeter und Mordio, aber petzt nicht gleich und rennt zum nächsten Advokaten hin. Der kostet nur Geld, und zwar das sauer Verdiente. Der wird euch helfen, gewiss, um diese Zeilen zensieren zu lassen, weil ihr euch beleidigt fühlt, so empfindsam seid, die Kränkung nicht ertragen könnt und weil ihr wieder Ordnung haben wollt in eurer hübschen kleinen Bürgerei. Bedenkt, ich bin doch nur die kleine Disharmonie in eurer Allharmonie. Mehr nicht. Ihr wollt die Schleusen des Lebens regulieren und oft auch schließen, ich hingegen will sie weit öffnen. Habt Verständnis für mich, auch wenn meine Flüche unaufhörlich zum Himmel steigen, so bejahe ich doch mein geliebtes Herzberg – wie es ist. Ich beweise nur durch mein Tun, dass es eine Gnade war, hier geboren zu werden, lebendig zu wirken, zu schauen, zu hören, zu empfinden, zu denken. Mag ich vom Denken auch andersrum sein.

      Buchstabensuppe2014
    • (K)ein Leben in der DDR

      • 328 stránok
      • 12 hodin čítania

      1962 kommt Steffen Modrach in der DDR zur Welt. Individuell, wissbegierig, unangepasst und voller Ideen, bringt er alle Voraussetzungen mit, um in der Diktatur des Proletariats überall anzuecken und als Staatsfeind ins Visier zu geraten. Niemand weist ihm den Weg in ein Leben, wo er trotz der Unvereinbarkeit seines Charakters mit dem politischen System zurechtkommen könnte. Als er nicht mehr weiß, wer Freund, wer Spitzel ist und er sich in den Netzen der Staatssicherheit verfangen hat, „fällt“ 1989 unerwartet die Mauer. Endlich steht seinem Aufstieg nichts mehr im Weg. Doch 9 Jahre später wird ihm seine undiplomatische, spontane Art zum Verhängnis. Seine Vergangenheit holt ihn ein: Ein Mordanschlag und eine hinterhältige Verleumdungskampagne zerstören sein Leben. Modrachs Stil ist ebenso einzigartig wie unkonventionell und verquickt altmodische, jugendliche, gehobene und ordinäre Sprache miteinander. Er ringt dem Leser noch ein Schmunzeln ab, wo es längst nichts mehr zu lachen gibt, um ihn im nächsten Moment wieder in die Brutalität seiner Realität zu zwingen. Sympathisch und abstoßend, faszinierend, erschütternd und - wahr.

      (K)ein Leben in der DDR2009