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Ralf Bierod

    Rudolf Bockelmann: Die Karriere des Wagner-Interpreten und die NS-Musikpolitik
    • 2020

      Rudolf Bockelmann: Die Karriere des Wagner-Interpreten und die NS-Musikpolitik

      Aus privaten Briefen des Helden-Baritons

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      Der Bariton Rudolf Bockelmann (1892–1958) war einer der prominentesten Wagner-Interpreten der 20er- und 30er-Jahre und gehörte zu den festen Vertragssängern der Deutschen Staatsoper Unter den Linden in Berlin sowie zu den Stars der Bayreuther Festspiele. Er gastierte mehrfach an der Londoner Covent Garden Opera und der Civic Opera in Chicago. Bockelmann galt als talentiertester Opernsänger für die Rollen des Wotan im Ring des Nibelungen und des Hans Sachs in den Meistersingern von Nürnberg, war jedoch auch ein Profiteur der kulturpolitischen Repression während der NS-Zeit. 1934 warb er in einer Rundfunkübertragung aus Bayreuth für die Zusammenlegung der Ämter des Reichskanzlers und des Reichspräsidenten auf Adolf Hitler. Die einzige Biographie über ihn erschien 1963, enthält jedoch teils nicht nachprüfbare Behauptungen. Historiker Ralf Bierod wertet in diesem Werk unveröffentlichte private Briefe aus, die Bockelmann über 30 Jahre an den Direktor der Burgdorfer Konservenfabrik Walter Ohk schrieb. Diese Briefe schildern seinen Karriereverlauf und seine Existenzängste. Vor dem Hintergrund der NS-Musikpolitik zeigt sich ein innerlich zweifelnder Familienvater, der seine Sehnsucht nach künstlerischer Freiheit mit beruflicher Sicherheit und gesellschaftlicher Anerkennung in Einklang bringen wollte. Auf Wunsch seines Vaters wurde er Gymnasiallehrer, bevor er seinen Traum als Sänger verfolgte. Nach 1945 wurde ihm sein Ruhm zum Verhäng

      Rudolf Bockelmann: Die Karriere des Wagner-Interpreten und die NS-Musikpolitik