Schule und Familie – Praktiken der Zusammenarbeit als Grenzbearbeitung
Eine ethnografische Einzelfallstudie
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Mit der Etablierung der Massenbildungsinstitution Schule hat sich in modernen Gesellschaften neben der Familie eine weitere Sozialisationsinstanz entwickelt, die den Aufwachsprozess von Kindern und Jugendlichen begleitet. Familie und Schule sind zwar strukturell getrennt, stehen jedoch in einem wechselseitigen Verhältnis. Soziale und kulturelle Wandlungsprozesse führen zu veränderten Erwartungen an Elternschaft, neuen Vorstellungen von Erziehung und Konzepten der Elternarbeit, was das Verhältnis von Schule und Familie immer wieder neu justiert. In der Forschung zu Ganztagsschulen wird dies besonders deutlich. Auffällig ist, dass oft wenig empirisch fundierte Erklärungsmodelle den Diskurs prägen. Diese Einzelfallstudie, die an der Schnittstelle von Schul- und Familienforschung angesiedelt ist, verfolgt einen praxistheoretischen Ansatz: Das Verhältnis von Familie und Schule wird ethnografisch im Prozess der „Herstellung“ beschrieben und als „Grenzarbeit“ untersucht. Die Zusammenarbeit zwischen Schule und Eltern wird durch ethnografische Episoden, Analysen von Textartefakten und eine kategorienbasierte Analyse des ethnografischen Materials herausgearbeitet. Die grenzanalytische Perspektive des Autors geht über einseitige, schematische Relationierungen hinaus und erfasst das komplexe Gefüge der Wechselbeziehungen zwischen Familie und Schule. Zudem eröffnet die Studie Zugang zu ‚intermediären‘ Orten, an denen sich Schule und Famili
