Die Johannesapokalypse wird als eine der geheimnisvollsten Schriften des frühen Christentums betrachtet. Tobias Nicklas hat über zwei Jahrzehnte hinweg umfassend zu diesem Text geforscht und beleuchtet intertextuelle Aspekte, die Bildwelt und Theologie sowie die komplexe Rezeptionsgeschichte. Der vorliegende Band vereint seine Studien, die zuvor in unterschiedlichen und teilweise schwer zugänglichen Kontexten veröffentlicht wurden, und bietet einen aktualisierten Gesamtüberblick über die vielfältigen Auslegungsfragen der Johannesapokalypse.
Grenzüberschreitungen im frühen und spätantiken Christentum. Gedenkschrift für Thomas Karmann
348 stránok
13 hodin čítania
Es gilt mittlerweile als akademische Binsenweisheit, dass Grenzziehungen, die das Eigene vom Anderen abgrenzen, einen zentralen Faktor religiöser Identitätskonstruktionen bilden. Dennoch wird die Bedeutung von Grenzüberschreitungen selten reflektiert, obwohl viele neuere Publikationen zum frühen und spätantiken Christentum den Fokus auf Transgressivität legen. Dieser Sammelband verbindet die Diskurse zu religiöser Identität und Transgressivität und untersucht anhand zahlreicher Beispiele die Rolle von Grenzüberschreitungen in den ersten Jahrhunderten für die religiöse Identitätsbildung. Die Frage wird aufgeworfen, ob Grenzüberschreitungen für religiöse Identitäten ebenso wichtig sind wie Grenzziehungen. Bibliker und Kirchenhistoriker suchen Antworten auf diese Fragestellung und beleuchten, wie Grenzüberschreitungen das Verständnis und die Konstruktion religiöser Identitäten christlicher Gruppierungen und Individuen geprägt haben. Der Band bietet somit eine umfassende Analyse und neue Perspektiven auf die Wechselwirkungen zwischen Identität und Transgressivität in der antiken und spätantiken Religionsgeschichte.
Dimensionen und Perspektiven interdisziplinärer Forschung/Dimensions and Perspectives of Interdisciplinary Research
515 stránok
19 hodin čítania
Der Gottesdienst wird als wichtigster Raum der Bibelrezeption in interdisziplinärer Breite erschlossen; auf Basis grundlegender methodischer Reflexionen und innovativer Zugänge kommt die Vielfalt liturgischer Gattungen ebenso zur Sprache wie die Breite der verschiedenen Riten der Christenheit in Ost und West. Die ganze Vielfalt liturgischer Bibelrezeption: in Lesungen, Gesängen, Gebeten und Ritualen, in den Riten des Osten und Westens Der Gottesdienst ist der wichtigste Raum der Bibelrezeption. Die Bedeutung der Heiligen Schrift geht dabei weit über deren Lesung hinaus: auch Gebete und Gesänge sind von der Bibel geprägt; biblische Texte haben Rituale inspiriert. Der vorliegende Sammelband steht im Kontext des interdisziplinären Großprojekts "Novum Testamentum Patristicum". Er bündelt die methodischen Perspektiven von Bibel- und Liturgiewissenschaft, Patrologie und Musikwissenschaft ebenso wie innovative Zugänge zu Kodikologie und materialer Kultur. Er geht der Verwendung der Bibel in der Vielfalt liturgischer Gattungen nach und reflektiert ihre hermeneutischen Voraussetzungen; dabei berücksichtigt er die ökumenische und sprachliche Breite der verschiedenen Riten der Christenheit in Ost und West in der formativen Phase des ersten Jahrtausends: von Äthiopien bis Spanien, von Syrien über Byzanz und Rom bis nach Gallien.
Inmitten der Herausforderungen der Corona-Pandemie und der ökologischen Krise bietet das Buch ermutigende und provokante biblische Impulse. Es beleuchtet, wie Glaubensfragen und biblische Perspektiven in der heutigen Zeit relevant bleiben und zur Reflexion über unsere Beziehung zur Natur anregen. Die Autor*innen laden dazu ein, die Verklärung der Natur kritisch zu hinterfragen und neue Wege des Glaubens und Handelns zu erkunden, die sowohl spirituelle als auch ökologische Dimensionen berücksichtigen.