Nach der Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg wurden mehr als hunderttausend jüdische Überlebende des Holocaust in von den Alliierten betriebene Lager für Vertriebene (DPs) transportiert. In dieser neuen Geschichte bieten die Historikerinnen Angelika Königseder und Juliane Wetzel eine soziale und kulturelle Geschichte der Vertriebene-Lager nach dem Zweiten Weltkrieg. Beginnend mit der Entdeckung der Konzentrationslager durch die Alliierten beschreiben Königseder und Wetzel die unzureichenden Vorbereitungen für die Überlebenden. Die Soldaten waren schlecht ausgerüstet, um mit den physischen und psychischen Belastungen ihrer Schützlinge umzugehen, doch bald trafen amerikanische Rabbiner ein, um den Überlebenden bei der Bewältigung zu helfen. Die Historikerinnen widmen auch der autonomen jüdischen Lebensweise in und um die Lager Aufmerksamkeit: Theatergruppen und Orchester florierten, Schulen wurden gegründet, ein Tuberkulosekrankenhaus und eine Klinik für DPs wurden eingerichtet, und Untergrundorganisationen kümmerten sich um illegale Einwanderung nach Israel und bildeten Soldaten aus, um in Palästina zu kämpfen. Gestützt auf Originaldokumente und die Arbeiten anderer Historiker beleuchtet "Warten auf Hoffnung" eine weitgehend unbekannte Periode in der Nachkriegsgeschichte der Juden und zeigt, dass das Leiden der Überlebenden mit dem Krieg nicht endete.
Angelika Königseder Knihy



Herbert Cram und der Verlag Walter de Gruyter 1945 bis 1967
Ein Wissenschaftsverlag im Nachkriegsberlin
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Der Wissenschaftsverlag Walter de Gruyter agierte wahrend der NS-Herrschaft uberaus erfolgreich. Angelika Konigseder dokumentiert die schwierigen Jahre nach 1945, die das Unternehmen im Wesentlichen aufgrund seiner "stillen Reserven" - der Verlagsrechte - uberdauerte. Zunachst hielt die Verlagsleitung den Betrieb am Laufen, indem die teilweise erhalten gebliebenen Lagerbestande verkauft und anschliessend unverandert nachgedruckt wurden. In den 1950er-Jahren ging es zwar wirtschaftlich bergauf, aber familiare Auseinandersetzungen und wohl auch die personelle Kontinuitat in der Verlagsfuhrung verhinderten einen tatsachlichen Aufbruch. Unter Herbert Cram, der den Verlag seit dem Tod Walter de Gruyters im Jahre 1923 leitete, hielten weder neue Wissenschaftsdisziplinen noch ein moderner Fuhrungsstil oder der Aufbau neuer Standorte Einzug bei De Gruyter. Die Aufgabe des Verlagssitzes in Berlin und eine Verlegung in den Westen Deutschlands war fur Herbert Cram auch zu Zeiten grosster politischer Krisen wie der Berlin-Blockade 1948/49 oder dem Mauerbau 1961 keine Option. Vor allem eine internationale Ausrichtung wurde erst von den neuen Geschaftsfuhrern Kurt-Georg Cram und Kurt Lubasch ab Mitte der 1960er-Jahre eingeleitet. Mit dem Tod Herbert Crams 1967 endete eine Ara.
Flucht nach Berlin
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