Kehillah Schpira - "Mögen diese Pflöcke niemals herausgerissen werden."
Zeugnisse jüdischen Lebens in Speyer
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Das geschlossene Ensemble des Judenhofs mit der Ruine der alten Synagoge, dem ältesten jüdischen Kultbau des Mittelalters in Europa, und der mit romanischen Ornamenten verzierten Mikwe, dem ältesten jüdischen Ritualbad Mitteleuropas, bildete über fast 400 Jahre das religiöse, kulturelle, rechtliche und administrative Zentrum der jüdischen Bevölkerung in Speyer. Unter den Gelehrten und Führungsgruppen der Gemeinden Warmaisa, Magenza und Schpira bestanden enge persönliche und familiäre Beziehungen sowie ein reger Austausch, was um 1200 zur Bildung eines Gemeindebundes führte. Dieser schuf einheitliche Rechtssatzungen für alle drei Gemeinden, die für das gesamte aschkenasische Judentum Europas Gültigkeit hatten. Aufgrund dieser bedeutenden religiös-kulturellen Traditionen und der außergewöhnlichen materiellen Überreste streben Rheinland-Pfalz, die jüdischen Gemeinden und die Städte Worms, Mainz und Speyer die Anerkennung als UNESCO-Welterbestätte im Jahr 2021 an. Das neue "Quellenlesebuch", der fünfte Band der Reihe "Beiträge zur Geschichte der Juden in Rheinland-Pfalz", umfasst fast 1000 Jahre jüdischen Lebens in Speyer. Die Quellen reichen von 1084 bis zur Einweihung der neuen Synagoge Beit-Schalom im Jahr 2011 und berichten von kultureller Blüte sowie von Leid, Verfolgung und Vernichtung.
