Das Ethische und das Politische
Sozialphilosophie am Leitfaden der Vulnerabilität
- 180 stránok
- 7 hodin čítania






Sozialphilosophie am Leitfaden der Vulnerabilität
Intersubjektivität, Technik, Lebenswelt
Der Begriff Vulnerabilität bezeichnet eine grundsätzliche, nicht aufhebbare Verletzlichkeit, die alle leiblichen Wesen bestimmt: Ich erfahre die Anderen und die Welt, indem sie mir widerfahren. Vulnerabilität ist somit als eine Bedingung des Daseins überhaupt zu begreifen. Martin W. Schnell thematisiert Vulnerabilität an dem Punkt, an dem sie in den Diskurs der Medizin eintritt. Sie ist dann im historisch und gesellschaftlich konkreten Kontext von Behandlung und Gesundheitssystem zu verorten, wo sie häufig nur in Form der Unterscheidung von krank und gesund in den Blick gerät. Aufgabe der Medizinethik ist es, hier an die Verletzlichkeit des Individuums im Verhältnis zum Anderen – sei es der behandelnde Arzt oder die öffentliche Gesundheit – zu erinnern. Das vorliegende Buch präsentiert dazu Studien unter anderem zu folgenden Aspekten: Leiblichkeit, Schmerz, Haut, Alter, Demenz, Sterben, Pflege, Public Health, Corona-Pandemie, Technik und (Post-)Digitalisierung.
Die in diesem Buch präsentierte Studie befasst sich mit der Frage, welcher Zusammenhang zwischen der Bereitschaft besteht, in der COVID‐19‐Pandemie anderen Menschen in deren Lebensvollzug zu helfen und der Furcht vor dem Tod durch COVID‐19. Das Buch gibt eine Antwort auf die Frage nach „Solidarität in der Krise“. Im Rahmen einer Vignettenstudie werden Einwohner*innen Deutschlands mittels Online‐Fragebogen zu soziodemographischen sowie situationsbezogenen Eigenschaften und ihren jeweiligen Vignettenurteilen befragt.
Wenn die kurativen Möglichkeiten ausgeschöpft sind, bleiben dem Arzt nur noch palliative Maßnahmen und die psychosoziale Begleitung seines Patienten. Für viele Ärzte ist dies eine große Herausforderung. Um schon im Studium auf die Begleitung und Versorgung Sterbender vorzubereiten, wurde die Palliativmedizin als neues Pflichtfach in die Ärztliche Approbationsordnung aufgenommen. Das Lehrbuch geht dabei sowohl auf medizinische als auch auf ethische, rechtliche und soziale Aspekte ein. Der Leser erhält Anleitung zur Kommunikation mit Patienten und Angehörigen, zur Teamarbeit mit Kollegen aus anderen Bereichen wie z. B. Pflege, Psycho- oder Musiktherapie ebenso wie zu speziellen Themen wie Kinder- und Jugendliche am Lebensende und integrativer Palliativversorgung. In allen Bereichen kommt der Interprofessionalität eine besondere Bedeutung zu. Die Autoren geben mit Fragenkatalogen, Ausschnitten aus Patienteninterviews und Leitfäden wertvolle Anregungen und Hilfen.
Ethik als empirisches Phänomen. Eine Studie über Interaktionen zwischen dementen Menschen und Pflegenden. Mitverantwortung in existentiellen und krisenhaften Situationen - Erfahrungen von Angehörigen in der häuslichen Sterbebegleitung mit palliativen Versorgungsstrukturen. Verwantwortungsbewusste Experten und Virtuosen der Empathie? Patientenkontakt auf onkologischen Abteilungen im Vergleich der Berufsgruppen Medizin und Pflege. Von der häuslichen Selbstsorge zum Hausarzt. „Der schlüssige Aufbau der vorgestellten Projekte (u. a. Basale Stimulation, Aromapflege, Gesundheitspädagogik, Beratungsgespräch beim übergewichtigen Kind) ermöglicht die Überprüfung der eigenen Arbeitsweise und gibt Hinweise, wie die Beratung und Unterstützung der Patienten verbessert werden kann. Es verdeutlicht auch, wie stark Beratung und Pflege miteinander verbunden sind.“ Zeitschrift für Wundheilung (August 2005)
Informieren – reflektieren – anwenden – 2., vollständig überarbeitete und ergänzte Auflage
Pflegewissenschaft, Gesundheitswissenschaften und die neu entstehenden Wissenschaften der Therapie- und Heilberufe benötigen als Qualitätsmerkmale ethische Standards und zugleich Kenntnisse über die rechtlichen Aspekte von Forschung (Datenschutzgesetz, Betreuungsrecht etc.). Das vorliegende Buch ist ein Arbeitsbuch: es gibt Forschern Orientierung und konkrete Hinweise, welche forschungsethischen Prinzipien, Datenschutzbestimmungen (D, CH, A) und Richtlinien im Umgang mit Ethikkommissionen zu beachten sind. Die Beispiele beziehen sich methodisch auf die Bereiche: Experteninterview, Patienten, Beobachtung durch Videoaufzeichnung, randomisierte Studien, Angehörige, pflegende Kinder, Menschen mit Demenz, Frührehabilitation. Nahrungsverweigerung und Selbstverletzung, DCM, ambulante Pflege, familiale Sorge, Wachkoma und randomisierte Studien. Die zweite vollständig überarbeitete und erweiterte Auflage bietet neu: - Eine kurze Geschichte der Forschungsethik - Eine Verzahnung von Forschungsethik und Datenschutzgesetzen, damit der Leser auf einen Blick sieht, welche ethischen UND rechtlichen Normen bei der Forschung zu beachten sind. - Fallbeispiele und Übungsaufgaben aus den oben genannten Bereichen - Forschung am Probanden mit Demenz und anderen nicht-einwilligungsfähigen Personen - Grundlagen Online Research-Ethics
30 junge Menschen sprechen mit sterbenden Menschen und deren Angehörigen
Wie erleben junge Menschen die Begegnung mit sterbenden Menschen? Wie verändert sich danach ihre Haltung zum Sterben und der Endlichkeit des Lebens?«Tod und Sterben gehören zum Leben» – Ein Satz, der leicht dahingesagt ist. Aber was passiert, wenn man Sterbenden von Angesicht zu Angesicht gegenüber sitzt? Das Buch beschreibt die Begegnung von 30 jungen Menschen mit Personen, die schwerstkrank sind und bald sterben werden. Das von erfahrenen Hochschullehrern in Zusammenarbeit mit jungen Menschen herausgegebene Buch bietet authentische Begegnungen von jungen Menschen mit Sterbenden ermöglicht jungen Menschen, sich mit der Endlichkeit des Lebens auseinanderzusetzen und einen Standpunkt zum Sterben und der Endlichkeit des Lebens zu entwickeln erlaubt Jugendlichen eine hohe Identifikation mit den gleichaltrigen Akteuren illustriert die Begegnungen anschaulich mit Portraits der jungen Menschen.
Schon immer werden Menschen durch kulturelle, gesellschaftliche, ökonomische, politische und andere Strategien ausgeschlossen. Traditionell spielen hierbei das Schulsystem und die Medizin eine zentrale Rolle. Heute kommt auch der Ethik eine wichtige, die Exklusion flankierende Funktion zu - wenn sie etwa als »Bioethik« Theorien hervorbringt, die beanspruchen, den Wert bzw. Unwert von Menschen und ihre Schutzwürdigkeit bestimmen zu können. Die Beiträger_innen des Bandes wirken dieser Tendenz entgegen und erkunden - im Sinne einer als Schutzbereich dienenden nichtexklusiven Ethik - neue Zugänge zu Fragen der Gerechtigkeit und der Anerkennung. Dabei werden ethische Alternativen für die Medizin, die Pflegewissenschaft sowie die Heil- und Sonderpädagogik ausgelotet. Der hierzu eingeschlagene differenztheoretische Weg kann als konsequenter und neuartiger Ansatz verstanden werden, Fragen der Ethik auch in Bezug auf ihre konkrete Anwendung zu bearbeiten.